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Porto Santo
Die goldene Insel
Das Paradies Porto Santo liegt etwa eine Flugstunde von Lissabon und durchschnittlich zweieinhalb Flugstunden von den wichtigsten Städten Europas entfernt.
Hauptattraktion der Insel ist der ca. 8 Km lange Sandstrand mit feinem, gelbem Sand, der zwischen dem Hafen und Calheta fast die ganze Südküste säumt.
Porto Santo die kleinere der beiden bevölkerten Inseln der Autonomen Region Madeira.
Sie bietet hauptsächlich Ruhe und einen ansteckenden Zauber, dem kaum ein Besucher entgeht.
Der Beginn der Inselgeschichte ist geheimnisumwittert. Diese Meinung vertritt zumindest der madeirensische Historiker Alberto Vieira in einem umfassenden Werk über Porto Santo. Das Fehlen schlüssiger Dokumente "spornt die Einbildungskraft der Gelehrten an und schafft dem Historiker Probleme", meint er.
Diese Probleme beziehen sich im Fall von Porto Santo auf den Ursprung des Namens und die Art, wie die Insel entdeckt wurde.
Laut dem Historiker gibt es verschiedene Interpretationen der alten Chroniken.
In der bekanntesten und am häufigsten Genannten spielen ein Unwetter und die Seeleute im Dienste Heinrich des Seefahrers, João Gonçalves Zarco und Tristão Vaz, die Hauptrolle. Gemäß des Chronisten João de Barros wurden die beiden 1418 auf dem Weg zu einer anderen Destination von einem Unwetter überrascht, das sie zu einer Routenänderung nötigte.
Nach mehreren schlimmen Tagen kamen sie zu einer Insel, der sie den Namen Porto Santo (Heiliger Hafen) gaben.
Eine andere Version, die sich auch auf eine historische Quelle stützt - den so genannten “Atlas Medicis” von ca. 1370 -, geht in der Zeit weiter zurück, doch auch hier soll die Insel einem Schiff in einem heftigen Sturm Schutz geboten haben.
Geht es nach dieser Auslegung, war die Insel schon vor der Ankunft der Portugiesen unter dem Namen Porto Santo bekannt.
Wie dem auch sei, gemäß Professor Alberto Vieira waren die ersten Jahre auf Porto Santo für die neuen Siedler hauptsächlich von drei Übeln geprägt: Dürre, Hunger und Piraten.
Wie es zur ersten Siedlung kam und woher die Siedler stammten, weiß man dagegen nicht genau, obwohl immer wieder gesagt wird, dass viele aus der Algarve kamen und vornehmer Herkunft waren.
Die Insel wurde um das Jahr 1418 besiedelt. Neue Siedler kamen aber nur nach und nach hinzu. Über die Jahrhunderte hinweg kam es immer wieder zu Rückschlägen und Katastrophen. So war die Insel nach dem Überfall der Algerier von 1617 eine Zeit lang fast unbewohnt. Laut Alberto Artur Sarmento nahmen die Angreifer in diesem verhängnisvollen Jahr 900 Gefangene mit sich und ließen nur 19 Männer und 7 Frauen zurück.
Der gleichen Quelle zufolge löste das Königreich Portugal das Problem, indem es Martim Mendes de Vasconcellos am 13. August 1619 die schwierige Aufgabe erteilte, die Insel mit Leuten aus Porto da Cruz, Caniçal und Santa Cruz neu zu besiedeln.
Alberto Vieira hebt aber noch andere interessante Fakten über Porto Santo hervor, etwa die Tatsache, dass die Insel das erste portugiesische Gebiet im Atlantik war “und damit ein Markstein in der Geschichte der Großtaten des 15. Jahrhunderts”.
Weiter unterstreicht er, dass die Insel bei einer der wichtigsten Episoden der europäischen Expansion eine Rolle spielte, nämlich bei der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus.
Kolumbus lebte eine Zeit lang auf Porto Santo und soll deshalb von der Existenz von Gebieten westlich davon gewusst und folglich sein Vorhaben geplant haben.
Auch vielen Madeirensern ist folgendes, von Professor Alberto Vieira festgehaltenes, Kuriosum nicht bekannt:
Die Inselbewohner waren früher auch als "Propheten" bekannt, und noch heute nennt man sie, oft abwertend, so.
Das geht auf einen falschen Propheten mit Namen Fernão Bravo zurück, der im 16. Jahrhundert von sich reden machte, zu einer Zeit, als gerade die wichtigsten Autoritätspersonen der Insel abwesend waren.
Fernão Bravo war Hirte. Eines Tages hatte er einen mystischen Anfall und kam in die Kleinstadt hinab, wo er die Sünden der Gesellschaft anprangerte. 18 Tage lang hielt er das Volk in einem fanatischen religiösen Wahn gefangen.
In der Wirtschaft von Porto Santo fällt die bescheidene Rolle der Landwirtschaft auf. Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind der Handel und die Dienstleistungen. Besonders in den letzten Jahren ist zudem die Tourismusindustrie gewachsen. Dazu trug die neue Fähre, die zwischen Madeira und Porto Santo zirkuliert, wesentlich bei. Neue Hotels und Restaurants, mit einer immer besseren Qualität, entstanden.
Mehrere neue Großprojekte sind schon bewilligt, sodass Porto Santo schon bald ein Bettenangebot haben wird, das Charterflüge während des ganzen Jahres rechtfertigt.
Noch in diesem Jahr soll ein Golfplatz eröffnet werden. Ausstellungen und Freizeitangebote für Touristen tun ein Übriges, um aus Porto Santo ein unvergleichliches Ferienziel zu machen.
Die Insel Porto Santo hat ungefähr 5.000 Einwohner und eine Fläche von 4.217 ha.
Das Klima ist trocken und konstant, und die Temperaturunterschiede in den verschiedenen Jahreszeiten sind gering. Badeferien sind während des ganzen Jahres möglich.
Auch das Meer hat immer eine angenehme Temperatur.
Wegbeschreibung
Porto Santo hat gute Wasser- und Luftverbindungen.
Das Konzessionsunternehmen Porto Santo Line stellt die Schiffverbindung zwischen Madeira und Porto Santo mit einer komfortablen Fähre namens “Lobo Marinho” (Seehund) sicher.
Die Reise dauert ungefähr zweieinhalb Stunden. Die Fähre ist 112 Meter lang und hat eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 21 Knoten. Sie hat Raum für 1.153 Passagiere und 47 Besatzungsmitglieder.
Dazu kann sie 160 PKWs oder 18 Container oder Lastwagen und 100 PKWs transportieren.
Dazu hat sie gute Dienstleistungen und Infrastrukturen, namentlich ein Kino für 120 Personen, einen Multimediaraum, einen Kinderhütedienst, eine Shoppingzone, Restaurants, Bars und ein Erste-Klasse-Abteil auf der Kommandobrücke.
Von Lissabon aus gibt es periodische Direktflüge nach Porto Santo.












