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Faial
Die Gemeinde der Brücken
Der Name der Gemeinde Faial kommt von den üppigen Gagelbaumbeständen (Myrica faya) der Gegend. Diese einheimischen Bäume gehören zur Familie der Myricaceae und wachsen bis heute spontan in den Tälern der Bäche und auf den Berggipfeln.
Es wird angenommen, dass die Gemeinde aus einem besiedelten Gut entstand, zu dem eine Kappelle zu Ehren der Natividade da Virgem oder der Nossa Senhora do Faial gehörte. Die Kapelle diente der neuen Pfarrgemeinde als Sitz.
Die Besiedlung begann um das Jahr 1519., und am 20. Februar 1550 wurde die Gemeinde durch königlichen Erlass gegründet. Früher gehörten auch noch Porto da Cruz und São Roque do Faial zu Faial.
Die ersten Siedler waren hauptsächlich Mauren und Galizier. Unter ihnen stach besonders Lançarote Teixeira hervor.
Einige Orte wurden nach ehemaligen Landverteilern benannt, etwa Lombo Galego oder Lombo Lourenço.
Die wirtschaftliche Aktivität konzentriert sich auf den Gartenbau. Der Boden eignet sich besonders für Fruchtbäume und andere Kulturen.
In den letzten Jahren machte die Gemeinde wegen des Anbaus der Anona-Frucht (auch Chirimoya genannt) von sich reden, zu deren Ehren alljährlich sogar ein Fest gefeiert wird.
Während langer Zeit wurden hier auch Weiden angepflanzt. Inzwischen hat die Weide allerdings ihre Wichtigkeit verloren, weil Korbwaren nicht mehr so gefragt sind.
Außerdem wird erzählt, dass die Ribeira do Faial oder Ribeira Seca zu Beginn der Siedlerzeit ein strategischer Ort für den Mühlenbau war. Damals wurde viel Zuckerrohr angepflanzt. Auf dem Höhepunkt, im 17. Jahrhundert, gab es drei wasserbetriebene Mühlen, die zum Mahlen des Zuckkerrohrs dienten. Der Zucker wurde auf das portugiesische Festland und ins Ausland exportiert.
Die Ruinen der Mühlen kann man unter der heutigen Brücke noch sehen. Und wenn schon von Brücken die Rede ist: Laut den Chroniken war Faial einst auch als Gemeinde der Brücken bekannt, weil dort zwischen 1907 und 1910 die größte Brücke Madeiras gebaut wurde. Sie war 130 Meter lang und wurde "Brücke der sieben Tore" genannt.
Die Brücke fiel dem schweren Unwetter von 1984 zum Opfer und heute sind nur noch die Ruinen dieses Kunstwerks zu sehen.
Ganz in der Nähe wurde in Sítio dos Moinhos (Ort der Mühlen) die "Brücke der fünf Bögen" über die Ribeira da Ametade gebaut. Diese wurde am 22. Juni 1986 vom damaligen Staatspräsidenten Mário Soares eingeweiht.
Zu erwähnen bleibt, dass in Faial, am linken Ufer der Ribeira da Ametade, eines der beiden Wasserkraftwerke der Insel steht, die Central Hidroeléctrica da Fajã da Nogueira.
Die Gemeinde hat ungefähr 2.800 Einwohner.
Wegen ihrer Höhenlage und der Nähe zum Meer hat die Gemeinde ein sehr mildes Klima.
Wegbeschreibung
Von Funchal aus fährt man auf der Via Rápida Richtung Aeroporto (Flughafen) und Machico. Danach geht es auf der alten Regionalstraße 101, den Schildern folgend, Richtung Porto da Cruz. Faial kommt nach der Gemeinde Porto da Cruz.
Eine zweite Möglichkeit ist die steile Straße auf den Monte hinauf Richtung Poiso, von wo aus man nach Ribeiro Frio hinunterfährt und danach nach Faial gelangt.










